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Auszug aus der Blättersammlung 101.1

„In meinem Herzen leben zwei Wölfe“



Der heilsamen Suche und somit dem Gelingen von Gesundsein dienen aus der Sicht des Neurobiologen Gerald Hüther drei Vertrauensformen:
- das Vertrauen in unsere Selbstheilungskräfte
- das Vertrauen in einen Menschen, der uns hilft, wenn wir uns selbst nicht mehr helfen können und
- das Vertrauen in ein höheres Prinzip, eine höhere Kraft

Diese Vertrauensformen, und ganz besonders das Vertrauen in unsere Selbstheilungskräfte, entwickeln sich durch die Begegnungen mit uns selbst; mit unseren Stärken und unseren Begrenzungen, mit unseren hellen und unseren dunklen Anteilen. Sie können im Geist und über den Körper geschehen. So wie der Hatha-Yoga den Weg über den Körper weist, um in einen Zustand erhöhter Konzentration und Klarheit zu gelangen, erwähnt auch Gerald Hüther, dass der einfachste Weg, sich selbst zu begegnen, über den Körper geht.

Und auch der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky erklärte in seinem salutogenesischen Ansatz: Jeder Mensch trägt zu jedem Zeitpunkt seines Lebens sowohl kranke als auch gesunde Anteile in sich. Um die gesunden Anteile zu unterstützen, brauchen wir ein Gefühl von Vertrauen, welches insgesamt beständig, aber dennoch der jeweiligen Lebenssituation immer wieder neu angepasst sein sollte. Und wir brauchen ein Gefühl der Stimmigkeit. Um zu fühlen, ob das, was wir tun, und das, was mit uns geschieht, für uns stimmig ist, müssen wir
- verstehen, warum geschieht, was geschieht und warum wir tun, was wir tun
- fühlen, dass wir das Geschehen und unser Tun mit oder ohne Hilfe handhaben können und
- wissen, dass alles, was geschieht, und alles, was wir tun, einem tiefen Sinn unterliegt, für den sich Bemühungen lohnen, auch ohne vorhersehbare Auswirkung

Das heißt, das Gelingen von allem, was wir versuchen, liegt immer in und außerhalb unserer Macht. Das heißt, wenn wir uns mit all unseren Kräften und Fähigkeiten dem widmen, woran wir glauben, sollte uns der Wolf des Lichtes führen. Und das heißt, der Glauben an den tiefen Sinn unseres Tuns kann uns scheinbar Unerreichbares wenigstens versuchen und manchmal auch erreichen lassen. Weil wir wissen, dass es einen Versuch wert ist.